von Leslie J. Cross (1914–1979), Vortrag gehalten vor dem Hastings and St. Leonards Zweig der Sussex Vegetarian Society, Juli 1955.
Abgedruckt in The Vegan (Winter 1955, Band 9, Nummer 7, Seiten 16–20).
Nicht-kommerzielle Übersetzung von @youarethemonstertothem - die Rechte am Originaltext liegen beim Autor bzw. den jeweiligen Rechteinhabern.
Als Erstes möchte ich Sie auf den Titel dieses Vortrags aufmerksam machen – „Die Vegane Geschichte“. Ich habe ihn so genannt, weil ich die Art und Weise unterstreichen wollte, wie ich das Thema angehen werde. Ich hoffe, genau das zu tun, was der Titel nahelegt: eine Geschichte zu erzählen; die Geschichte darüber, was Veganismus ist, was damit erreicht werden soll und warum genau das damit erreicht werden soll.
Im Laufe der Geschichte werde ich Ihnen einige Fakten und Überlegungen vorlegen, aber ich werde – zumindest nicht bewusst – weder versuchen, jemanden zu bekehren, noch Propaganda zu betreiben.
Falls einige von Ihnen meinen, dieser Ansatz sei etwas geistlos, möchte ich erklären, dass er meiner Denkweise nach der richtige ist.
Denn obwohl ich die Verbreitung von Informationen, den frei fließenden Informationsaustausch, für das Erwachsen neuer Ideen als unerlässlich erachte, sehe ich es nicht als meine Aufgabe an, bewusst überzeugend zu wirken. Ich denke, Sie werden mir zustimmen, dass ein Mensch seinen Lebensweg aus innerer Überzeugung und nicht aufgrund äußeren Drucks wählen sollte.
Mit dieser Einleitung beginnen wir die vegane Geschichte. Und dabei müssen wir das Wichtigste zuerst wissen: Wir müssen wissen, wovon wir sprechen. Glücklicherweise hat das Wort „Veganismus“ eine präzise und einfache Bedeutung. Es bedeutet: der Grundsatz, dass der Mensch ohne die Ausbeutung von Tieren leben sollte. Da die Frage der Definition offensichtlich so wichtig ist, möchte ich Sie bitten, sie sich einzuprägen, damit wir alle, wenn wir das Wort „Veganismus“ verwenden, dasselbe meinen. Veganismus ist also der Grundsatz, dass der Mensch ohne die Ausbeutung von Tieren leben sollte. Diese Definition ist in genau diesen Worten in der Satzung der Vegan Society niedergeschrieben, sodass niemand der Gesellschaft als Vollmitglied oder assoziiertes Mitglied beitritt, ohne genau zu wissen, was er unterstützt.
Es ist wichtig zu beachten, dass diese Definition unter anderem dazu führt, dass Veganismus zu einem Prinzip wird. Es ist selbstverständlich ein Prinzip, aus dem bestimmte Praktiken ganz natürlich erwachsen – aber es ist an sich ein Prinzip und keine Ansammlung von Verhaltensweisen.
Ein weiterer wichtiger Punkt ist, dass sich dieses Prinzip, dieser Grundsatz, nur mit einer einzigen Angelegenheit befasst. Eine große Angelegenheit, das stimmt, aber eine klar definierte: die Frage der richtigen Beziehung zwischen dem Mensch und den Tieren.
Es besagt schlussendlich folgendes: es besagt, dass die Beziehung, wie sie generell im Großen und Ganzen weltweit akzeptiert wird, eine sehr unvollkommene ist. Es besagt, dass wir weder das viele Unrecht, das Tieren zugefügt wird, noch den Schaden, der der Seele des Menschen zugefügt wird, beseitigen werden, solange wir diese Beziehung nicht verändern.