von Leslie J. Cross (1914–1979)
Aus der Sommerausgabe 1948 von The Vegan (Band 9, Nummer 2, Seiten 6–8).
Nicht-kommerzielle Übersetzung von @youarethemonstertothem - die Rechte am Originaltext liegen beim Autor bzw. den jeweiligen Rechteinhabern.
Das Folgende ist ein Auszug aus dem zweiten Teil eines Vortrags mit dem Titel „Emanzipation der Tiere im Zusammenhang mit menschlichem Fortschritt“, der kürzlich vor einer Gruppe der Gesellschaft der Freunde gehalten wurde.
Betrachten wir den zweiten umfassenden Aspekt der Beziehung des Menschen zur Tierwelt – den Aspekt, durch den der Mensch sich selbst beeinflusst.
Es lässt sich nicht leugnen, dass der Kontakt zweier Elemente – seien sie menschlicher, tierischer, pflanzlicher oder mineralischer Art – unweigerlich auf Gegenseitigkeit beruht. Das heißt, dass durch den Kontakt jedes der Elemente beeinflusst wird. Je nach Art und Intensität des Kontakts variieren auch Art und Intensität der Wirkung. Es gibt keine Handlung, die nicht eine Wirkung hat, und es gibt keine Handlung, an der zwei oder mehr Elemente beteiligt sind, die nicht jedes von ihnen beeinflusst. Welchen Einfluss hat also die Art und Intensität des Kontakts mit seinen Mitgeschöpfen auf den Menschen?
Ich behaupte, dass es sich dabei um Folgendes handelt: Indem der Mensch ein Verhaltensmuster schafft und aufrechterhält, das grausam, parasitär und egoistisch ist, schadet er nicht nur jenen, an denen er seine Grausamkeit, seine parasitären Praktiken und seinen Egoismus auslebt, sondern er legt auch seiner eigenen Entwicklung Fesseln an. Indem er sich als Parasit an seine Mitgeschöpfe klammert, schafft er gewissermaßen einen Anker, gegen den sich das aufwärtsstrebende Element in seiner Natur vergeblich abzumühen versucht, um frei zu werden.
In bestimmten Fällen – etwa im Beruf des Schlachters – unterdrückt der Mensch dieses Element nicht nur, er zieht es regelrecht in Ketten hinab. Augenzeugen haben berichtet, dass es in den Schlachthäusern von Chicago schwerfalle zu glauben, dass in jenen Männern, deren tägliche Arbeit aus ständigem Töten besteht, noch ein Funke Menschlichkeit übrig sei. Auch wenn dies ein extremes Beispiel sein mag, so ist es doch ein Symbol für die Tiefen, in die der Mensch durch grundsätzlich unmoralisches Verhalten sinken kann.
Um unsere Gedanken weitgehend auf den transzendentalen Aspekt dieser Beziehung zu richten, möchte ich nicht allzu viel Aufmerksamkeit auf die körperlichen Folgen lenken, die – wenngleich von relativer Bedeutung – letztlich nur beiläufig sind. Es muss jedoch gesagt werden: Wenn man davon ausgeht, dass im Universum Ordnung herrscht, folgt daraus, dass ethischer Irrtum keine wissenschaftliche Wahrheit sein kann. Eine Reihe von Krankheiten und Beschwerden ist zweifellos auf ethisches Fehlverhalten zurückzuführen – insofern, als sie durch den Verzehr von Nahrungsmitteln entstehen oder verschärft werden, deren Grundlage unmoralisch ist, weil ihre Herstellung Grausamkeit oder gewaltsamen Tod – oder beides – mit sich bringt. Das grobe und schwere Protein, das der menschliche Körper in Form von Tierfleisch und Tiermilch aufnimmt, ist eine Quelle von Problemen, und es ist bezeichnend, dass die Krebsrate in den Teilen der Erde am höchsten ist, wo die meiste Milch getrunken wird. Durch Milch verursachte Krankheiten werden selbst von Menschen erkannt, die die unvermeidlichen Grausamkeiten der Milchwirtschaft nicht berücksichtigen. Viele unbestimmte Krankheiten können letztlich zumindest teilweise auf den Verzehr unmoralischer Lebensmittel zurückgeführt werden.